Kategorie: Allgemein

  • 07 – Die Waage, Neurodermitis, IKEA und ich. | \O/

    Moin!

    Es ist gerade mitten in der Nacht und ich bin wach.

    Geweckt durch meinen Großen.

    Er hat momentan so schlimme Neurodermitis, dass wir selbst mit Kortisoncremes nicht weiterkommen.

    Heute Nacht hatte er sich so aufgekratzt, dass er vor Schmerzen aufgewacht ist.

    Am Wochenende habe ich einen Stoff für Neurodermitispatienten gekauft.

    Dieser Stoff enthält einen Silberanteil und soll angenehm auf der Haut sein.

    Da ich für größere Kinder keine Overalls oder Pullover mit angenähten Handschuhen gefunden habe, fügte sich wieder das Schicksal.

    Meine Schwägerin näht Kleidung für Kleinkinder und Babys und war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.

    Als ich ihr vom Leid des Großen berichtete, bot sie an, dass sie so ein Oberteil mit Handschuhen nähen könnte.

    Dankend nahm ich an.

    Ich habe zwar selber eine Nähmaschine, aber ich bin eher ungeschickt in solchen Dingen.

    Trotzdem steht es auf meiner To-do-Liste, dass ich mich irgendwann aufraffe und versuche zu nähen.

    Hoffentlich bekommt sie es hin und ich habe bald einen Pullover für den Großen, der ihn vom Kratzen abhält.

    Ja, und eigentlich bin ich eher davon ausgegangen, dass ich heute Nacht wach bin, weil mich der Kleine auf Trab hält.

    Denn der hatte gestern ganz große Probleme mit seinen Zähnchen und bekam vor dem Schlafengehen einen Schmerzsaft.

    Keine Minute zu früh, denn kurz nach der Saftgabe ging es richtig los und er robbte vor Schmerzen durch das Bett, bevor der Saft endlich wirkte und er einschlafen konnte.

    Fünf Stunden hat er sogar am Stück geschafft und ist nach dem Stillen wieder fix eingeschlafen.

    Ich sitze hier jetzt noch und warte die Lage ab, denn es kann gut sein, dass der Große gleich wieder vor mir steht.

    Abwarten.

    Am Dienstag hatte ich ja wie immer meinen Wiegetag.

    Die Waage war alles andere als gnädig und zeigte eine Zunahme von 500 g.

    Klasse!

    Natürlich passierte, was immer passiert.

    Meine drei Freunde – Selbsthass, Wut und der Gedanke, alles hinzuwerfen – waren sofort wieder da.

    Klar wisst ihr, was ich am nächsten Tag getan habe.

    Richtig!

    Ich stand natürlich wieder auf der Waage.

    Doch siehe da.

    Was war das?

    Das Einstellgewicht war zu viel und ich musste den Regler verschieben.

    Allerdings nicht in die negative „Ich-habe-noch-mehr-zugenommen“-Richtung, sondern in die „weniger-Gewicht“-Richtung.

    Ich hatte tatsächlich abgenommen und das, obwohl ich mich kaum an meine Punkte gehalten habe.

    Allen Anschein nach muss es aber im Rahmen gewesen sein.

    Um das Ganze noch perfekt zu machen, durfte ich an diesem Tag zu IKEA.

    Achtung!

    Ich wedel gerade mit einem Sarkasmus-Schild herum.

    Ich hasse shoppen gehen und ich hasse IKEA.

    Meine zwei Söhne nahm ich mit.

    Mein Mann wollte nicht, wie immer.

    Dort angekommen waren natürlich alle Eltern-Kind-Parkplätze besetzt.

    Zum Glück kann der Kleine schon im Einkaufswagen sitzen.

    So nahmen wir ihn aus dem Maxi-Cosi und setzten ihn in einen Einkaufswagen, der praktischerweise in der Nähe unseres ganz-weit-vom-Eingang-weg parkenden Autos stand.

    Natürlich musste ich so parken, dass wir den Kleinen ohne großen Aufwand aus dem Auto raus und anschließend wieder rein bekamen.

    Im IKEA stellte ich meinem Großen eine fatale Frage.

    Ich wollte von ihm wissen, ob er einmal ganz durch den Markt gehen möchte oder ob wir abkürzen wollen.

    Er wollte einmal komplett durchgehen.

    Ich spürte schon, wie sich mein Magen zusammenzog.

    Okay, Schatz. Einmal durch.

    Schon am Anfang fühlte ich, dass Aggression in mir zu lodern begann.

    Viele Menschen, die unfassbar langsam vor uns herschlenderten.

    Je weiter wir vorankamen, umso schlimmer wurde es.

    Der Höhepunkt war in der Geschirrabteilung erreicht.

    Leute standen quer im Gang mit ihren Wagen, nirgendwo kam man richtig durch.

    Dazu noch diese Hitze.

    Wieso müssen alle Märkte immer ihre Heizungen auf atomheiß stellen?

    Grausig.

    Nein, da sitze ich lieber vorm PC mit einem Becher Kaffee und gehe online shoppen.

    Leider muss man bei IKEA aber einen „geht-ja-gar-nicht“-Betrag für Lieferungen zahlen und ich komme nicht drum herum, selber in den Markt gehen zu müssen.

    Die Möbel sind zwar fast durchweg minderwertig – bis auf die Vollholzsachen –, doch der Preis für Geschirr ist super und ich brauche immer viel Geschirr.

    In der Aufbewahrungsabteilung dachte ich auch noch kurz daran, ein paar Boxen mitzunehmen, doch da ich eine Box einen Tag zuvor gekauft hatte, tat ich es nicht.

    Die Box war übrigens fast identisch mit den Boxen bei REAL, nur dass ich bei REAL fast das Doppelte dafür zahlte.

    Grml.

    Aber nun weiß ich Bescheid.

    Als wir dann endlich wieder raus waren, fuhren wir direkt heim.

    Zuhause fragte mich mein Mann dann eine Stunde später, ob wir nicht noch Boxen für den Kleinen kaufen könnten, um sein Spielzeug darin zu lagern.

    Klar.

    Gut, dass ich gerade bei IKEA war.

    Nun, offensichtlich fahre ich diese Woche nochmal dorthin.

    Yeah!

    Ich freue mich.

    Achtung!

    Ich habe noch immer mein Schild.

    Ich erzähle euch dann, wie es war … sollte ich wirklich fahren.

    Ach, und natürlich wollte mein Mann Köttbullar haben.

    Doch keine gekauften.

    Gut, dass ich einen Tag vorher schon Mettbällchen für Köttbullar vorgefertigt hatte.

    Als ob ich es geahnt hätte.

    Lecker war es.

    Meine Männer bekamen Nudeln dazu und ich Kartoffeln.

    Während ich euch schreibe, ist es mittlerweile 2:43 Uhr.

    Jetzt bin ich fast drei Stunden auf und das Baby weinte eben auch nochmal.

    Im Lichtschein sah ich, dass seine Wangen rot werden.

    Also feuerwehrrot.

    Ich habe mir jetzt einen Kaffee geholt.

    Denn schlafen kann ich heute sicher nicht mehr.

    Euch wünsche ich aber eine gute und erholsame Nacht.


    Reflexion:

    Ja, ich weiß gar nicht, ob ich weinen oder lachen soll.

    Lachen, weil ich bei der Beschreibung von mir denke:

    Du beschreibst da gerade deine eigene Neurodiversität.

    Allerdings habe ich mich nicht testen lassen.

    Ich werde zwar von Professoren und Kinderpsychiatern darauf angesprochen, aber ich sehe gerade keine Notwendigkeit, mich selbst testen zu lassen.

    Außer zig Termine, die mich stressen werden, sehe ich keinen Nutzen für mich darin.

    Weinen, weil ich am Limit war.

    Ich trotzdem irgendwie funktioniert habe und ganz offensichtlich in keinster Weise Unterstützung hatte.

    Nennt man das verheiratet alleinerziehend?

  • 06 – Das andere Kind…| \O/

    Hallo zusammen!

    Mein Großer hat sich nun dazu entschlossen, die Verhaltenstherapie nicht zu machen.

    Begeistert war ich darüber nicht gerade.

    Diesen merkwürdigen Psychologen wollte ich meinem Kind zwar nicht anvertrauen, allerdings war ich am Überlegen, ob ich nicht eine Alternative suche.

    Doch dann kam alles anders.

    Am Donnerstag hatte ich eine Einladung zu einem Gespräch mit den drei Lehrerinnen meines Sohnes bezüglich des weiteren Werdeganges.

    Die Anwesenheit des Großen war natürlich erforderlich, was er alles andere als gut fand.

    So machten der Große, das Baby und ich uns also am Donnerstag auf in die Schule zum Gespräch.

    Auf dem Weg dorthin fragte ich den Großen mehrfach, ob er mir vorher noch etwas sagen müsse, doch jedes Mal verneinte er.

    Trotzdem sorgte er sich, dass die Lehrerinnen nur wieder auf ihm rumhacken würden und er wollte am liebsten wieder nach Hause gehen.

    Als wir an der Schule ankamen, waren wir zu früh und der Große schnappte sich den Kleinen, um ihm die Schule zu zeigen.

    Stolz marschierte er mit dem Kleinen auf dem Arm über den Pausenhof und einige Kinder folgten ihnen neugierig.

    Natürlich überwachte ich die Situation genau, denn ich hatte Sorge, dass er den Kleinen fallen lassen könnte, wenn dieser loszappelte.

    Doch alles ging gut.

    Ich schritt erst ein, als er ihn auf einer Bank krabbeln ließ und dabei nicht allzu achtsam war.

    Fünf Minuten vor der Zeit kam dann die Mathematiklehrerin auf uns zu und zitierte uns schon einmal in den Klassenraum.

    Die zwei anderen Lehrerinnen warteten dort schon.

    Mir war ein wenig unbehaglich, denn ich fürchtete die üblichen Aussagen zu hören und das auch noch von zwei Damen, die augenscheinlich jünger als ich waren.

    Mir war das peinlich.

    Ich als schon „ältere“ Mami sollte doch meine Kinder im Griff haben können.

    Als die Mathematiklehrerin wiederkam, setzte sie sich zu uns und das Gespräch begann.

    Es war sofort ersichtlich, wer diese „Talkrunde“ anführen würde.

    Die Mathelehrerin, augenscheinlich älter als ich, sah sich in der Rolle des Alphaweibchens und begann das Gespräch.

    Sie fiel auch den anderen Damen ins Wort und beendete die Runde.

    Ganz so, wie mein Mann sie am Telefon kennengelernt hatte.

    Naja, fast.

    Denn bevor sie weitermachen und anschließend das Gespräch beenden konnte, hatte er ja schon aufgelegt.

    Jetzt verstand ich warum, nur dass sie hier nicht laut wurde.

    Es wurde berichtet, dass sich mein Großer seit dem besagten Freitag super am Unterricht beteiligte – bis auf ein paar Ausrutscher – und er auch viel „wacher“ im Unterricht wirkt.

    Die Deutsch-/Sachkundelehrerin berichtete, dass sie manchmal wirklich beeindruckt von ihm wäre.

    Mein Großer hatte ihr zu einem Thema wohl sogar eine Grafik an die Tafel gemalt, welche sie so noch nie von einem Schüler gesehen hatte.

    Sie sagte auch, dass es schade sei, dass mein Großer nicht aktiv am Unterricht teilnimmt, weil er locker ein Zweierschüler sei.

    So zogen sich die Äußerungen über meinen Sohn eine Weile hin.

    Das Positive überwog ganz offensichtlich und er saß sichtlich geschmeichelt auf seinem Stuhl.

    Ich schaute ihn währenddessen mit einer Mischung aus Stolz und Ungläubigkeit an.

    War das tatsächlich mein Kind, über das sie dort sprachen?

    Leider wissen wir bis heute nicht, warum er sich so in der Schule verhält.

    Aber gut zu wissen, dass ich die ganze Zeit recht hatte mit meiner Aussage:

    Mein Kind ist nicht dumm!

    Wäre er dumm, dann hätte ich das hingenommen und ihn nicht zu Tests, Ärzten etc. hingeschleppt.

    Meine Ambition ist es, ihn für sein Leben fit zu machen und den besten Start zu ermöglichen.

    Ich denke, das möchte jede Mutter.

    Leider weiß man nie, ob man alles richtig macht.

    Jedes Kind ist anders und es liegt dummerweise keine Gebrauchsanweisung dabei, wenn sie aus uns rauskommen.

    Jetzt sind erst mal Ferien und ich hoffe, dass diese keine negativen Auswirkungen haben werden.


    Reflexion:

    Nun, rückblickend ist klar, dass das Kind eben nicht nur ADHS hat, sondern auch Asperger-Autismus.

    Mit diesem Wissen machen die beschriebenen Situationen durchaus Sinn.

    Was ich aber überhaupt nicht gut finde – und leider höre ich das heute immer noch oft –, ist, dass Eltern von neurodiversen Kindern, heute oft „Systemsprenger“ genannt, sich in der Schule oder auch im Kindergarten wie bei einem Tribunal fühlen.

    Sehr oft sitzt man mehreren Pädagogen/Lehrern gegenüber und weiß nicht, wie einem geschieht.

    Ich wäre dafür, dass Pädagogen, die auch noch in einer Inklusionseinrichtung arbeiten, eine intensive Einführung darin bekommen, wie man neurodiverse Kinder erkennt.

    Ein Empathie-Training wäre ebenfalls nicht zu verachten.

    Es ist in den meisten Fällen bestimmt auch nicht böse gemeint, aber als Eltern fühlt man sich wie auf der Anklagebank.

    Verurteilt und in eine Schublade gesteckt:

    Unfähig, das eigene Kind zu erziehen.

    Falls das jemand aus dem Fachbereich liest:

    Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass diese Nische besser aufgearbeitet wird.

  • 05 – Meine Familie und ich | \O/

    *Werbelinks ganz unten im Text*

    Moin!

    Es ist mal wieder so weit. Ich habe einiges zu berichten.

    Meine Kleidung wird weiterhin lockerer und ich fühle mich leichter. Ich habe mich sogar dabei ertappt, wie ich hüpfe und tanze. Mein Großer denkt schon, dass ich nicht ganz richtig im Kopf bin.

    Doch wenn ich nicht gerade gegen Müdigkeit kämpfe, dann geht es mir gut.

    Die Müdigkeit ist ja auch so ein Thema, aber mit Baby logisch. Trotzdem würde ich gerne wieder eine Nacht durchschlafen.

    Dafür hatte ich vorgestern Wach-durch-die-Nacht.

    Nein, nicht wegen des Babys.

    Eher wegen meiner eigenen Trotteligkeit.

    Ich habe nämlich meine Schilddrüsentablette nicht genommen und hatte dann eine innere Unruhe, die mich nicht schlafen ließ.

    Darauf gekommen bin ich leider erst am nächsten Tag, als mir nachmittags einfiel:

    „Hast du deine Tablette heute eigentlich genommen?“

    Tja, und da stellte ich fest, dass die andere Tablette auch noch drin war.

    Klasse, was?

    Dabei habe ich von meinem Mann eine Pillendose bekommen, weil ich immer fragte:

    „Habe ich meine Tablette schon genommen?“

    Das nervte ihn, also bekam ich die Dose.

    Funktioniert an sich ganz gut.

    Allerdings fragt mich mein Mann jetzt:

    „Hast du geguckt, ob du deine Tablette genommen hast?“

    facepalm

    Ja, tut mir leid. Ich bin bei einigen Dingen echt schusselig.

    Ich freue mich wie ein kleines Kind, dass ich abgenommen habe und mein Mann ist auch total begeistert, dass ich schon so viel geschafft habe.

    Heute habe ich mein „Ich-ziehe-bei-der-Arbeit-ein-Langarmshirt-unter-wenn-mir-frisch-ist“-Shirt angezogen.

    Trug ich selten drunter, weil ich nichts an den Ärmeln haben wollte, aber ab und an musste es sein.

    Dieses Shirt lag eng an und das macht es immer noch.

    ABER: Es rollt sich nicht mehr hoch und mein Mann stellte heute fest, dass man die „Fettschürze“ über dem linken Knie nicht mehr sieht.

    Das motiviert natürlich sehr.

    Das Social-Media-Projekt habe ich am Donnerstag auch an das Café abgegeben und dachte, dass ich mich damit von dieser Arbeit befreit habe.

    Weit gefehlt.

    Der Besitzer kennt sich leider kaum aus und brauchte dann noch entsprechend Hilfe.

    Das hieß für mich: viele WhatsApp-Nachrichten von 7 Uhr früh bis 1 oder 2 Uhr nachts.

    Das war ganz schön anstrengend, über Text- und Sprachnachrichten jemanden zu instruieren, wie das alles funktioniert.

    Doch jetzt hat es wohl endlich geklappt.

    Wie gesagt, war das etwas stressig, da ich unter anderem auch hier Stress habe.

    Nicht nur mit den Kindern.

    Die Bienen kamen am Wochenende raus, als es warm war, und brachten auch Pollen ein.

    Das heißt, sie sind in der Brut.

    Blöd allerdings, dass das Blumenangebot eher sparsam ist und die Kälte nochmal zurückkommt.

    Also habe ich mich am Montag ins Auto gesetzt und bin zum nächsten Imkerei-Fachgeschäft gefahren.

    Die gibt es natürlich nicht überall.

    Dort habe ich nochmal Futter geholt und dann aufgefüttert.

    Leider sieht es nicht so aus, als würden sie das Futter annehmen.

    Drückt die Daumen, dass sie die Zeit noch überstehen, bis es wieder wärmer wird.

    Mit dem Großen war ich am Dienstag dann bei dem Verhaltenspsychologen, zu dem wir sollten.

    Tja, was soll ich da sagen …

    Ich war alles andere als begeistert.

    Eine sehr merkwürdige Praxis und der Psychologe wirkte auf mich eher wie ein Psychopath.

    Er stellte auch einige Fragen und wollte natürlich wissen, wieso wir da sind.

    Bei dem Thema „Zwänge“ sagte er dann:

    „Ja, und was soll ich da machen?“

    Ja, das weiß ich doch nicht.

    Die Psychologin hat sich wohl etwas dabei gedacht, als sie uns dorthin schickte.

    Das störte mich zusätzlich.

    Offensichtlich war er auch genervt davon, dass ich das Baby mithatte.

    Es war zwar nicht laut, wollte aber natürlich alles untersuchen.

    Er fragte mich, ob ich das Baby immer mitbringen würde.

    Ja, natürlich.

    Das fand er irgendwie nicht ganz so gut.

    Wegzaubern kann ich es nicht.

    Natürlich fielen ihm die kaputten Arme meines Großen auf.

    Er fragte, ob das Neurodermitis sei.

    Ich erklärte ihm, dass mein Großer Neurodermitis hat und dass wir denken, dass Stress ein Trigger ist.

    Seine Antwort war:

    „… ist das ansteckend?“

    What????

    Also wirklich.

    Nach nicht ganz einer Stunde konnten wir mit einem dicken Fragebogen endlich gehen.

    Ich fragte den Großen, wie er es dort fand und ob er sich vorstellen könne, dort eine Therapie zu machen.

    Er sagte, dass er den Mann komisch fand, aber doch schon gerne lernen würde, wie er sich besser verhalten kann und Freunde gewinnt.

    Hmmm.

    Ich lehne es dort ab.

    Denn der Psychologe meinte auch, dass er uns einen Kollegen oder eine Kollegin besorgen könnte, wenn wir mit ihm nicht zurechtkommen.

    Ich denke, ihm war unbehaglich mit meinem Großen.

    Vielleicht wegen der Neurodermitis und vielleicht auch wegen der Tatsache, dass ein Baby dabei war.

    Dort werde ich meinen Großen nicht lassen, wenn er sich dazu entscheidet, die Therapie machen zu wollen.

    Ach, zum Ende wurde uns auch noch mitgeteilt, dass die Psychologen dort, einschließlich ihm, noch nicht fertig ausgebildet sind.

    Das macht die Sache für mich nicht besser.

    Morgen habe ich einen Termin in der Schule mit seinen drei Lehrerinnen.

    Es geht um die weiterführenden Schulen und wie er sich bisher geändert hat.

    Von der Mathe- und der Deutschlehrerin habe ich jetzt positives Feedback bekommen und die Tests fallen auch besser aus.

    Für eine Schule habe ich mich im Grunde schon entschieden, von daher gehe ich davon aus, dass sie es genauso sehen werden und mich nur über sein Verhalten weiterhin informieren.

    Mit der Mathematiklehrerin habe ich über WhatsApp regen Kontakt und es hört sich sehr positiv an.

    Ich bin gespannt.

    Mein Großer hat auch bald Geburtstag und es war echt schwer, ein Geschenk zu finden.

    Er weiß immer erst nicht, was er möchte und dann fallen ihm einige Sachen ein.

    Er hat sich für Outdoor-Equipment entschieden.

    Einen Tasmanian-Tiger-Rucksack und eine Sitzmatte.

    So einen Rucksack hat mein Mann schon und wir sind sehr zufrieden damit, also bekommt er die Sachen.

    So, es schlafen gerade alle und ich werde nun die Gunst der Stunde nutzen und Walking Dead weiterschauen.

    Gute Nacht!


    Reflexion:

    So, zur Erklärung:

    Ich habe damals versucht, mit Weight Watchers abzunehmen und es funktionierte erst mal gut – bis alles noch stressiger bei uns wurde.

    Schilddrüse, ja, die war ein Thema, aber ich denke nicht, dass die damalige Unruhe durch eine vergessene Tablette in homöopathischer Dosis schuld daran war.

    Vielleicht war es der Stress, vielleicht die beginnenden Wechseljahre, vielleicht aber auch etwas anderes.

    Das Ding mit dem Psychologen war wirklich unschön und der Herr war wirklich angeekelt von der Neurodermitis meines Sohnes.

    Diese Neurodermitis wird durch Stress getriggert.

    Das ist nicht unüblich bei neurodiversen Kindern, aber bei uns lag ja noch mehr im Argen.

    Der Große ist jetzt aber endlich in Therapie.

    Er hat jemanden gefunden, dem er vertraut.

    Die Bienen …

    Ja, das habe ich gerne gemacht.

    Aber eigentlich war das der Wunsch meines Mannes und er verlor recht schnell das Interesse daran.

    Da Imkern aber sehr teuer ist und ich mich schon wieder unfassbar geschämt habe, habe ich das Ganze weitergeführt.

    Allerdings brauchte ich zwischendurch bei Aufgaben, die Heben beinhalten, seine Hilfe.

    Aber nun ja, die musste ich mir mit viel Geduld einfordern.

    Das Café hatte ja auch Beuten von uns bei sich stehen.

    Der Versuch einer Kooperation.

    Auch das musste ich alleine irgendwie hinbekommen und habe mich dann wegen des schlechten Gewissens unentgeltlich um die Social-Media-Sache gekümmert.

    Mein Stresslevel war enorm und ich glaube, ich habe damals einfach nur funktioniert, weil ich alles alleine machen musste.