Schlagwort: Therapie

  • 06 – Das andere Kind…| \O/

    Hallo zusammen!

    Mein Großer hat sich nun dazu entschlossen, die Verhaltenstherapie nicht zu machen.

    Begeistert war ich darüber nicht gerade.

    Diesen merkwürdigen Psychologen wollte ich meinem Kind zwar nicht anvertrauen, allerdings war ich am Überlegen, ob ich nicht eine Alternative suche.

    Doch dann kam alles anders.

    Am Donnerstag hatte ich eine Einladung zu einem Gespräch mit den drei Lehrerinnen meines Sohnes bezüglich des weiteren Werdeganges.

    Die Anwesenheit des Großen war natürlich erforderlich, was er alles andere als gut fand.

    So machten der Große, das Baby und ich uns also am Donnerstag auf in die Schule zum Gespräch.

    Auf dem Weg dorthin fragte ich den Großen mehrfach, ob er mir vorher noch etwas sagen müsse, doch jedes Mal verneinte er.

    Trotzdem sorgte er sich, dass die Lehrerinnen nur wieder auf ihm rumhacken würden und er wollte am liebsten wieder nach Hause gehen.

    Als wir an der Schule ankamen, waren wir zu früh und der Große schnappte sich den Kleinen, um ihm die Schule zu zeigen.

    Stolz marschierte er mit dem Kleinen auf dem Arm über den Pausenhof und einige Kinder folgten ihnen neugierig.

    Natürlich überwachte ich die Situation genau, denn ich hatte Sorge, dass er den Kleinen fallen lassen könnte, wenn dieser loszappelte.

    Doch alles ging gut.

    Ich schritt erst ein, als er ihn auf einer Bank krabbeln ließ und dabei nicht allzu achtsam war.

    Fünf Minuten vor der Zeit kam dann die Mathematiklehrerin auf uns zu und zitierte uns schon einmal in den Klassenraum.

    Die zwei anderen Lehrerinnen warteten dort schon.

    Mir war ein wenig unbehaglich, denn ich fürchtete die üblichen Aussagen zu hören und das auch noch von zwei Damen, die augenscheinlich jünger als ich waren.

    Mir war das peinlich.

    Ich als schon „ältere“ Mami sollte doch meine Kinder im Griff haben können.

    Als die Mathematiklehrerin wiederkam, setzte sie sich zu uns und das Gespräch begann.

    Es war sofort ersichtlich, wer diese „Talkrunde“ anführen würde.

    Die Mathelehrerin, augenscheinlich älter als ich, sah sich in der Rolle des Alphaweibchens und begann das Gespräch.

    Sie fiel auch den anderen Damen ins Wort und beendete die Runde.

    Ganz so, wie mein Mann sie am Telefon kennengelernt hatte.

    Naja, fast.

    Denn bevor sie weitermachen und anschließend das Gespräch beenden konnte, hatte er ja schon aufgelegt.

    Jetzt verstand ich warum, nur dass sie hier nicht laut wurde.

    Es wurde berichtet, dass sich mein Großer seit dem besagten Freitag super am Unterricht beteiligte – bis auf ein paar Ausrutscher – und er auch viel „wacher“ im Unterricht wirkt.

    Die Deutsch-/Sachkundelehrerin berichtete, dass sie manchmal wirklich beeindruckt von ihm wäre.

    Mein Großer hatte ihr zu einem Thema wohl sogar eine Grafik an die Tafel gemalt, welche sie so noch nie von einem Schüler gesehen hatte.

    Sie sagte auch, dass es schade sei, dass mein Großer nicht aktiv am Unterricht teilnimmt, weil er locker ein Zweierschüler sei.

    So zogen sich die Äußerungen über meinen Sohn eine Weile hin.

    Das Positive überwog ganz offensichtlich und er saß sichtlich geschmeichelt auf seinem Stuhl.

    Ich schaute ihn währenddessen mit einer Mischung aus Stolz und Ungläubigkeit an.

    War das tatsächlich mein Kind, über das sie dort sprachen?

    Leider wissen wir bis heute nicht, warum er sich so in der Schule verhält.

    Aber gut zu wissen, dass ich die ganze Zeit recht hatte mit meiner Aussage:

    Mein Kind ist nicht dumm!

    Wäre er dumm, dann hätte ich das hingenommen und ihn nicht zu Tests, Ärzten etc. hingeschleppt.

    Meine Ambition ist es, ihn für sein Leben fit zu machen und den besten Start zu ermöglichen.

    Ich denke, das möchte jede Mutter.

    Leider weiß man nie, ob man alles richtig macht.

    Jedes Kind ist anders und es liegt dummerweise keine Gebrauchsanweisung dabei, wenn sie aus uns rauskommen.

    Jetzt sind erst mal Ferien und ich hoffe, dass diese keine negativen Auswirkungen haben werden.


    Reflexion:

    Nun, rückblickend ist klar, dass das Kind eben nicht nur ADHS hat, sondern auch Asperger-Autismus.

    Mit diesem Wissen machen die beschriebenen Situationen durchaus Sinn.

    Was ich aber überhaupt nicht gut finde – und leider höre ich das heute immer noch oft –, ist, dass Eltern von neurodiversen Kindern, heute oft „Systemsprenger“ genannt, sich in der Schule oder auch im Kindergarten wie bei einem Tribunal fühlen.

    Sehr oft sitzt man mehreren Pädagogen/Lehrern gegenüber und weiß nicht, wie einem geschieht.

    Ich wäre dafür, dass Pädagogen, die auch noch in einer Inklusionseinrichtung arbeiten, eine intensive Einführung darin bekommen, wie man neurodiverse Kinder erkennt.

    Ein Empathie-Training wäre ebenfalls nicht zu verachten.

    Es ist in den meisten Fällen bestimmt auch nicht böse gemeint, aber als Eltern fühlt man sich wie auf der Anklagebank.

    Verurteilt und in eine Schublade gesteckt:

    Unfähig, das eigene Kind zu erziehen.

    Falls das jemand aus dem Fachbereich liest:

    Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass diese Nische besser aufgearbeitet wird.

  • 05 – Meine Familie und ich | \O/

    *Werbelinks ganz unten im Text*

    Moin!

    Es ist mal wieder so weit. Ich habe einiges zu berichten.

    Meine Kleidung wird weiterhin lockerer und ich fühle mich leichter. Ich habe mich sogar dabei ertappt, wie ich hüpfe und tanze. Mein Großer denkt schon, dass ich nicht ganz richtig im Kopf bin.

    Doch wenn ich nicht gerade gegen Müdigkeit kämpfe, dann geht es mir gut.

    Die Müdigkeit ist ja auch so ein Thema, aber mit Baby logisch. Trotzdem würde ich gerne wieder eine Nacht durchschlafen.

    Dafür hatte ich vorgestern Wach-durch-die-Nacht.

    Nein, nicht wegen des Babys.

    Eher wegen meiner eigenen Trotteligkeit.

    Ich habe nämlich meine Schilddrüsentablette nicht genommen und hatte dann eine innere Unruhe, die mich nicht schlafen ließ.

    Darauf gekommen bin ich leider erst am nächsten Tag, als mir nachmittags einfiel:

    „Hast du deine Tablette heute eigentlich genommen?“

    Tja, und da stellte ich fest, dass die andere Tablette auch noch drin war.

    Klasse, was?

    Dabei habe ich von meinem Mann eine Pillendose bekommen, weil ich immer fragte:

    „Habe ich meine Tablette schon genommen?“

    Das nervte ihn, also bekam ich die Dose.

    Funktioniert an sich ganz gut.

    Allerdings fragt mich mein Mann jetzt:

    „Hast du geguckt, ob du deine Tablette genommen hast?“

    facepalm

    Ja, tut mir leid. Ich bin bei einigen Dingen echt schusselig.

    Ich freue mich wie ein kleines Kind, dass ich abgenommen habe und mein Mann ist auch total begeistert, dass ich schon so viel geschafft habe.

    Heute habe ich mein „Ich-ziehe-bei-der-Arbeit-ein-Langarmshirt-unter-wenn-mir-frisch-ist“-Shirt angezogen.

    Trug ich selten drunter, weil ich nichts an den Ärmeln haben wollte, aber ab und an musste es sein.

    Dieses Shirt lag eng an und das macht es immer noch.

    ABER: Es rollt sich nicht mehr hoch und mein Mann stellte heute fest, dass man die „Fettschürze“ über dem linken Knie nicht mehr sieht.

    Das motiviert natürlich sehr.

    Das Social-Media-Projekt habe ich am Donnerstag auch an das Café abgegeben und dachte, dass ich mich damit von dieser Arbeit befreit habe.

    Weit gefehlt.

    Der Besitzer kennt sich leider kaum aus und brauchte dann noch entsprechend Hilfe.

    Das hieß für mich: viele WhatsApp-Nachrichten von 7 Uhr früh bis 1 oder 2 Uhr nachts.

    Das war ganz schön anstrengend, über Text- und Sprachnachrichten jemanden zu instruieren, wie das alles funktioniert.

    Doch jetzt hat es wohl endlich geklappt.

    Wie gesagt, war das etwas stressig, da ich unter anderem auch hier Stress habe.

    Nicht nur mit den Kindern.

    Die Bienen kamen am Wochenende raus, als es warm war, und brachten auch Pollen ein.

    Das heißt, sie sind in der Brut.

    Blöd allerdings, dass das Blumenangebot eher sparsam ist und die Kälte nochmal zurückkommt.

    Also habe ich mich am Montag ins Auto gesetzt und bin zum nächsten Imkerei-Fachgeschäft gefahren.

    Die gibt es natürlich nicht überall.

    Dort habe ich nochmal Futter geholt und dann aufgefüttert.

    Leider sieht es nicht so aus, als würden sie das Futter annehmen.

    Drückt die Daumen, dass sie die Zeit noch überstehen, bis es wieder wärmer wird.

    Mit dem Großen war ich am Dienstag dann bei dem Verhaltenspsychologen, zu dem wir sollten.

    Tja, was soll ich da sagen …

    Ich war alles andere als begeistert.

    Eine sehr merkwürdige Praxis und der Psychologe wirkte auf mich eher wie ein Psychopath.

    Er stellte auch einige Fragen und wollte natürlich wissen, wieso wir da sind.

    Bei dem Thema „Zwänge“ sagte er dann:

    „Ja, und was soll ich da machen?“

    Ja, das weiß ich doch nicht.

    Die Psychologin hat sich wohl etwas dabei gedacht, als sie uns dorthin schickte.

    Das störte mich zusätzlich.

    Offensichtlich war er auch genervt davon, dass ich das Baby mithatte.

    Es war zwar nicht laut, wollte aber natürlich alles untersuchen.

    Er fragte mich, ob ich das Baby immer mitbringen würde.

    Ja, natürlich.

    Das fand er irgendwie nicht ganz so gut.

    Wegzaubern kann ich es nicht.

    Natürlich fielen ihm die kaputten Arme meines Großen auf.

    Er fragte, ob das Neurodermitis sei.

    Ich erklärte ihm, dass mein Großer Neurodermitis hat und dass wir denken, dass Stress ein Trigger ist.

    Seine Antwort war:

    „… ist das ansteckend?“

    What????

    Also wirklich.

    Nach nicht ganz einer Stunde konnten wir mit einem dicken Fragebogen endlich gehen.

    Ich fragte den Großen, wie er es dort fand und ob er sich vorstellen könne, dort eine Therapie zu machen.

    Er sagte, dass er den Mann komisch fand, aber doch schon gerne lernen würde, wie er sich besser verhalten kann und Freunde gewinnt.

    Hmmm.

    Ich lehne es dort ab.

    Denn der Psychologe meinte auch, dass er uns einen Kollegen oder eine Kollegin besorgen könnte, wenn wir mit ihm nicht zurechtkommen.

    Ich denke, ihm war unbehaglich mit meinem Großen.

    Vielleicht wegen der Neurodermitis und vielleicht auch wegen der Tatsache, dass ein Baby dabei war.

    Dort werde ich meinen Großen nicht lassen, wenn er sich dazu entscheidet, die Therapie machen zu wollen.

    Ach, zum Ende wurde uns auch noch mitgeteilt, dass die Psychologen dort, einschließlich ihm, noch nicht fertig ausgebildet sind.

    Das macht die Sache für mich nicht besser.

    Morgen habe ich einen Termin in der Schule mit seinen drei Lehrerinnen.

    Es geht um die weiterführenden Schulen und wie er sich bisher geändert hat.

    Von der Mathe- und der Deutschlehrerin habe ich jetzt positives Feedback bekommen und die Tests fallen auch besser aus.

    Für eine Schule habe ich mich im Grunde schon entschieden, von daher gehe ich davon aus, dass sie es genauso sehen werden und mich nur über sein Verhalten weiterhin informieren.

    Mit der Mathematiklehrerin habe ich über WhatsApp regen Kontakt und es hört sich sehr positiv an.

    Ich bin gespannt.

    Mein Großer hat auch bald Geburtstag und es war echt schwer, ein Geschenk zu finden.

    Er weiß immer erst nicht, was er möchte und dann fallen ihm einige Sachen ein.

    Er hat sich für Outdoor-Equipment entschieden.

    Einen Tasmanian-Tiger-Rucksack und eine Sitzmatte.

    So einen Rucksack hat mein Mann schon und wir sind sehr zufrieden damit, also bekommt er die Sachen.

    So, es schlafen gerade alle und ich werde nun die Gunst der Stunde nutzen und Walking Dead weiterschauen.

    Gute Nacht!


    Reflexion:

    So, zur Erklärung:

    Ich habe damals versucht, mit Weight Watchers abzunehmen und es funktionierte erst mal gut – bis alles noch stressiger bei uns wurde.

    Schilddrüse, ja, die war ein Thema, aber ich denke nicht, dass die damalige Unruhe durch eine vergessene Tablette in homöopathischer Dosis schuld daran war.

    Vielleicht war es der Stress, vielleicht die beginnenden Wechseljahre, vielleicht aber auch etwas anderes.

    Das Ding mit dem Psychologen war wirklich unschön und der Herr war wirklich angeekelt von der Neurodermitis meines Sohnes.

    Diese Neurodermitis wird durch Stress getriggert.

    Das ist nicht unüblich bei neurodiversen Kindern, aber bei uns lag ja noch mehr im Argen.

    Der Große ist jetzt aber endlich in Therapie.

    Er hat jemanden gefunden, dem er vertraut.

    Die Bienen …

    Ja, das habe ich gerne gemacht.

    Aber eigentlich war das der Wunsch meines Mannes und er verlor recht schnell das Interesse daran.

    Da Imkern aber sehr teuer ist und ich mich schon wieder unfassbar geschämt habe, habe ich das Ganze weitergeführt.

    Allerdings brauchte ich zwischendurch bei Aufgaben, die Heben beinhalten, seine Hilfe.

    Aber nun ja, die musste ich mir mit viel Geduld einfordern.

    Das Café hatte ja auch Beuten von uns bei sich stehen.

    Der Versuch einer Kooperation.

    Auch das musste ich alleine irgendwie hinbekommen und habe mich dann wegen des schlechten Gewissens unentgeltlich um die Social-Media-Sache gekümmert.

    Mein Stresslevel war enorm und ich glaube, ich habe damals einfach nur funktioniert, weil ich alles alleine machen musste.

  • 03 – Der Wahnsinn geht in die nächste Runde. | \o/

    …und noch ein fast 10 Jahre alter Beitrag. Das wird wohl noch eine Weile so weitergehen, ich war damals ja einigermaßen fleißig.

    Zum Abschluss dann wieder meine Reflexion zu diesem Beitrag.


    Moin!

    Momentan habe ich eigentlich auch genug zu tun mit meinem Baby und mit meinem Großen.

    Doch ich bin einer dieser Menschen, die schlecht „Nein“ sagen können und zu hilfsbereit sind.

    Nun ja, also habe ich mir Arbeit aufgehalst.

    Ich richte gerade eine neue Social-Media-Plattform für ein Café ein.

    Wäre an sich keine allzu große Arbeit, wenn es vernünftige Bilder gäbe.

    Gibt es aber nicht und ich versuche mit Photoshop zu retten, was zu retten ist.

    Natürlich ist das ein erheblicher Zeitaufwand und das Pflegen der Seite, um Follower zu bekommen, ebenfalls.

    Aber ich habe schon gesagt, dass ich es am Wochenende an den eigentlichen Besitzer abgeben werde.

    Weiter machen würde ich das wirklich nur gegen Bezahlung.

    Aber weil die Besitzer des Cafés so nett sind, habe ich es jetzt halt so gemacht.

    Mein Mann war weniger begeistert, da ich schon noch einige andere Sachen zu erledigen habe.

    Dazu kommen noch unsere Bienen.

    Die machen uns auch gerade Sorgen, denn es wird einfach nicht warm genug und das Futter ist schon sehr knapp.

    Nun bange ich jeden Tag, ob sie dieses Wetter überleben.

    Gestern war es ja ein wenig wärmer und sie kamen zum Reinigungsflug aus ihrem Stock.

    Das sah erst mal okay aus, aber darauf mag ich mich noch nicht verlassen.

    Jetzt heißt es erst mal abwarten.

    Dann kommen wir zu meinem Großen.

    Da er ja ein „Problemkind“ ist und dann noch das Thema „hochbegabt“ in den Raum geworfen wurde, waren mein Mann und ich diesmal gemeinsam mit ihm beim Psychiater zum Kontrolltermin.

    Die Psychiaterin war auch erst mal zurückhaltend und empfahl weitere Tests.

    Das heißt für uns: noch einmal IQ, Mathematik und Deutsch testen zu lassen.

    Dies findet Anfang April statt und das Ergebnis wird Ende Mai besprochen.

    Derweil bin ich jetzt ständig in Kontakt mit seinen Lehrern und es ist wirklich anstrengend.

    Die Lehrer kommen einfach nicht an ihn ran und wir auch nur mit mäßigem Erfolg.

    Er blockt ab, antwortet nicht und verlässt unangenehme Situationen.

    Zu seinem Sport mag er auch nicht mehr gehen und seine Gedanken kreisen fast ausschließlich um das Thema Geburtstag, welcher jetzt im März ansteht.

    Am heutigen Gesprächstag mit einer seiner Lehrerinnen warf diese etwas in den Raum, worüber ich auch schon nachgedacht habe.

    Sie vermutet nämlich, dass mein Großer eine Variante des Autismus haben könnte.

    Denn sie hatte schon einmal ein Kind wie meines und bei diesem Kind wurde Asperger diagnostiziert.

    Das vermute ich auch schon eine Weile, traute mich aber nicht, diesen Gedanken auszusprechen.

    Ich rief also heute nach diesem Gespräch bei unserer Psychiaterin an und fragte nach einer Untersuchung diesbezüglich.

    Der Termin dafür ist Anfang Mai.

    Ja, es sind wieder viele Tests für den Großen, aber in seinem Fall geht es nicht anders.

    Wir sind an unsere Grenzen gestoßen und brauchen endlich eine gültige Antwort.

    Die Psychiaterin hat zudem angeraten, unbedingt eine Verhaltenstherapie zu machen, sonst könnte sein Verhalten irgendwann solche Ausmaße annehmen, dass es stationär behandelt werden muss.

    Das wollen wir natürlich nicht.

    Also rief ich den Verhaltenstherapeuten an und hatte Glück.

    Jemand hat die Therapie abgebrochen und wir konnten gleich reinrutschen.

    Der erste Termin ist am Dienstag nächste Woche.

    Natürlich werde ich ihn auch gleich auf das Thema Asperger ansprechen, denn ich denke, dass er da auch Erfahrung hat.

    Wir werden sehen, wie es weitergeht.


    Reflexion:

    Puh, jetzt muss ich mir selbst direkt in die Augen sehen.

    Ich glaube – nein, ich bin mir ziemlich sicher –, dass mein Ex damals nicht mit bei der Psychiaterin war.

    Denn er wusste nicht einmal, in welcher Praxis wir waren.

    Zudem hatte er die Diagnosen immer abgelehnt und mir vorgeworfen, dass ich mir diese durch Intimität erschlichen habe.

    Ich gehe mal davon aus, dass ich mich einfach geschämt habe, immer zu sagen, dass ich alles alleine stemmen muss, obwohl ich einen Mann habe.

    Entschuldigt bitte.

    Die Aushilfe für die erkrankte Lehrerin war allerdings der rettende Engel.

    Wäre sie nicht gewesen, wäre wahrscheinlich keine gezielte Testung erfolgt.