12 – Das Pubertier | \O/

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Hallo zusammen!

Wer schon größere Kinder hat, weiß sicherlich, wovon ich gleich erzähle.

Ich nenne es das Pubertier oder Gremlin.

Der Begriff „Gremlin“ wird zumindest den älteren Lesern hier ein Begriff sein.

Euch anderen kurz erklärt:

Gremlins sind kleine niedliche Plüschtiere und es gibt zwei elementare Regeln:

„Mach einen Gremlin niemals nass.“
und
„Füttere keinen Gremlin nach Mitternacht.“

Denn sonst verwandeln sie sich in grässliche Monster.

Mit Teenagern verhält es sich ähnlich, nur andersherum.

Teenager sind Monster, wenn sie Hunger haben und den haben sie fast ständig.

Also füttern Sie Ihr Pubertier regelmäßig.

Dann ist eine Eskalationssituation schon einmal ausgeschlossen.

Zudem fangen Teenager an zu riechen.

Sie bekommen es nicht mit.

Sie hören meist auch nicht, wenn es ihre Eltern sagen.

ABER wenn sich Freund/Freundin nur noch in ihre Nähe trauen, wenn sie frisch geduscht sind, merken sie es meist.

So regelt sich dieses Problem von alleine.

Nehmen Sie die Gehirnbritzeleien Ihrer Sprösslinge nicht zu persönlich.

Sie meinen es in der Regel nicht so.

Beispiel:

Mein Großer hatte ca. sechs Monate vor Einsetzen der Pubertät noch groß erklärt:

„Mama, ich werde dich niemals hassen.“
„Ich will immer bei dir bleiben/sein.“

Sechs Monate später:

„Ich hasse dich.“
„Ich zieh aus.“

Dieses Verhalten ist total normal und gesund.

Ihre Sprösslinge durchleben nun eine Vielzahl an Ereignissen, mit denen sie erst mal fertig werden müssen.

Der Körper verändert sich.

Besonders bei Mädchen ein Problem.

Meist glauben sie, dass sie fett werden.

Das hat oftmals Diäten zufolge und wehe, es fallen Sprüche wie:

„Nimm deinen fetten Arsch mal zur Seite.“

Also achten Sie auf Alarmsignale.

Sie hören noch viel weniger auf Sie und wissen ALLES besser.

Sie müssen das Pubertier unbedingt in seine Schranken verweisen, denn sonst kann das schnell überhandnehmen.

Die Körperhygiene artet aus.

Bei den einen geht es in die Richtung „ungepflegt“.

Da kann es schon mal sein, dass auch in den Klamotten 48 Stunden und länger „gewohnt“ wird.

Bei den anderen geht es in die entgegengesetzte Richtung und sie ziehen sich mehrmals am Tag um und duschen teilweise ebenso häufig.

Bei beiden Situationen muss man wahrscheinlich eingreifen, sollte es sich nicht innerhalb von 1–2 Wochen selber regeln.

Es ist schnell aggressiv, bockig oder weinerlich.

Sie werden Sätze hören wie:

„Ich hasse euch.“
„Nie darf ich was.“
„Ihr liebt mich nicht.“
„Ich ziehe aus.“

etc. etc.

Nehmen Sie es nicht persönlich.

In der Regel wird das Pubertier sehr bald davon nichts mehr wissen.

Plötzlich werden Mädchen/Jungs interessant und die Ansprache bezüglich solcher Themen, auch wenn sie nur versehentlich geschnitten werden, ist dem Pubertier peinlich.

Die Eltern werden peinlich und sie nerven.

Nicht beirren lassen!

Das Pubertier ist Superman/Superwoman.

Frei nach dem Motto:

„Große Klappe, nichts dahinter.“

Es verkriecht sich möglichst in sein/ihr Zimmer.

Am besten sogar mit dem Essen.

Ärgerlich, wenn kein eigener Fernseher vorhanden ist.

Die dadurch resultierende Alternative:

Das Pubertier versucht, Sie loszuwerden!

Das Zimmer gleicht einem Schlachtfeld.

Auch hier müssen Sie gegebenenfalls eingreifen, denn das Pubertier ist gerade mit sich selbst überfordert.

Sicherlich gibt es noch so einige Punkte, die das Synapsenknapsen im pubertierenden Schädel verursachen, welche ich nun nicht aufgeführt habe.

Diese dürfen Sie aber individuell mit Ihren Sprösslingen selber herausfinden.

Mein Großer hat zwar selbige Probleme, aber in klaren Momenten ist er sehr liebenswürdig, hilfsbereit und kümmert sich hingebungsvoll um seinen kleinen Bruder.

Doch so sehr sie Sie auch an den Rand der Verzweiflung treiben:

Seien Sie gewiss, es wird sich eines Tages rächen.

Im Normalfall werden Ihre Kinder sich bei Ihnen entschuldigen und Ihnen sagen, wie sehr sie Sie doch lieben, wenn sie selber Eltern sind und eben die gleichen Erfahrungen machen wie Sie.

Also nur Geduld!


Reflexion:

Hier möchte ich etwas Wichtiges anmerken.

Neurotypische Kinder haben schon große Probleme mit der Pubertät.

Alles verändert sich, Synapsen werden neu verdrahtet etc.

Jetzt stellt euch mal vor, wie das für unsere neurodiversen Kinder sein muss?

Eh schon reizüberflutet, Gefühle werden nicht immer richtig zugeordnet und in der Regel fühlen sie zu viel, auch wenn es von außen immer „empathielos“ wirkt.

Das muss eine Reizüberflutung deluxe sein.

Behaltet das im Kopf und seid ein wenig nachsichtig.

Kommentare

Ein Kommentar zu „12 – Das Pubertier | \O/“

  1. […] gab euch ja neulich den Tipp, dem Pubertier Einhalt zu gebieten, wenn es mal wieder ganz übles Synapsenknapsen […]

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